Medium Videospiel: Einsteiger-Tipps für Eltern

Ratgeber für Eltern
Medium Videospiel: Einsteiger-Tipps für Eltern


Viele Eltern meiden den Kontakt mit Videospielen. In allen Lebenslagen sind sie die Experten für ihre Kinder – doch von diesem neuen, fremden Medium fühlen sie sich überfordert. Folge: Eltern lassen ihre Kinder mit Videospielen allein.

In allen Bereichen ihres Lebens brauchen Kinder einen starken Partner, an den sie sich wenden können – der Vorbild und Vertrauensperson ist. Das gilt auch für Videospiele, selbst dann, wenn dieses Medium für Eltern zunächst einmal sehr fremd erscheint. Mit unseren Tipps möchten wir Sie für den Weg in die Videospielewelt ebnen. Hier lesen Sie wichtige Grundlagen für diese Medien, von Pädagogen empfohlen.


Die Grundsatzfrage
> Sollte mein Kind überhaupt Videospiele spielen?

Videospiele sind inzwischen fester Bestandteil der heutigen Jugendkultur. Früher oder später kommen Kids mit den elektronischen Spielen in Kontakt. Wenn Eltern Spiele verbieten, sie zum Tabu-Thema machen und nicht ernst nehmen, beziehen Kinder ihre Eltern dazu irgendwann nicht mehr ein. Dann werden Videospiele zu einem verborgenen Hobby. Eltern verlieren die Kontrolle. Pädagogen sagen außerdem, dass Kinder, die am PC spielen, wichtige Fähigkeiten lernen und Kompetenzen entwickeln, die fürs spätere Leben nützlich sein können. Videospiele sind per se auch kein Medium für Einzelgänger. Ganz im Gegenteil, viele Titel setzen auf das Miteinander – entweder mit mehreren Spielern an einer Konsole oder über einen Online-Modus. Entscheidend  ist, dass Erziehende überwachen, wie viel Zeit Kinder mit Spielen verbringen und was sie spielen.

Vor dem Kauf eines Spiels / einer Spielkonsole:

  • Entscheiden Sie sich nicht für die Spielkonsole mit der besten Technik, sondern für die, mit den besten Spielen. Schauen Sie sich das Spiele-Angebot vorher sorgfältig an.
  • Lassen Sie Ihr Kind nicht zu früh und dann für einen langen Zeitraum spielen. Viele Pädagogen sagen, dass es für einen gesunden Umgang mit Computerspielen nötig sei, dass Kinder zwischen Spiel und Realität unterscheiden könnten. Diese Fähigkeit entwickele sich aber oftmals erst im Grundschulalter.
  • Achten Sie auf die USK-Altersfreigabe. Dadurch vermeiden Sie, dass Ihr Nachwuchs mit gewalthaltigen oder furchteinflößenden Inhalten konfrontiert wird.
  • Spiele kosten Geld, teilweise bis zu 70 Euro. Informieren Sie sich vorab über die Qualität eines Spiels und ob es sein Geld auch wert ist. Unsere Spiele-Tests auf Gamefamily.de helfen Ihnen dabei.
  • Fragen Sie Ihr Kind, um herauszufinden, ob ein bestimmtes Spiel überhaupt Interesse weckt.
  • Fragen Sie Ihr Umfeld: Haben Freunde Ihres Kindes eine Konsole zum Spiele tauschen oder um gemeinsam zu spielen? Gibt es Spiele-Tipps?
  • Bringen Sie sich beim Spiele-Kauf aktiv mit ein und besprechen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, worum es in einem Spiel geht. Lassen Sie sich erklären, warum Ihr Kind gerade dieses Spiel möchte.

Nach dem Kauf und vor dem Spielen:

  • Schließen Sie die Spielkonsole an einem Ort in der Wohnung an, wo sich die meisten Menschen aufhalten – für gewöhnlich im Wohnzimmer. Dadurch machen Sie Videospiele nicht zu einer abgelegenen Beschäftigung, Ihr Kind spielt nicht alleine. Außerdem können Sie so besser sehen, welche Spiele gespielt werden.
  • Legen Sie von Anfang an Spielzeiten fest, am besten in Form von spielfreien Tagen und Spiel-Tagen. Das schafft Raum für andere Hobbys und Pflichten. Mehr dazu in unserem Artikel „Spielzeiten sinnvoll festlegen“ >>
  • Vereinbaren Sie die Spielzeit-Regeln gemeinsam mit Ihrem Kind. Dadurch wird es die Regeln eher akzeptieren, weil es mitreden durfte. Und manche Spiele brauchen flexible Zeitfenster, die eine individuelle Absprache erfordern.
  • Machen Sie sich mit den Jugendschutzeinstellungen einer Spielkonsole vertraut. Dadurch können Sie Internet-Funktionen abschalten und festlegen, dass Spiele je nach USK-Altersfreigabe nicht abgespielt werden.

Videospiele im Alltag Ihrer Familie:

  • Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Videospiele. Zeigen Sie Interesse, tauschen Sie sich aus. Lassen Sie Ihr Kind von seinen virtuellen Erlebnissen berichten. Das wird Ihnen dabei helfen, die Wirkung von Spielen einschätzen zu können.
  • Spielen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind oder schauen Sie dabei zu, um den Inhalt eines Spiels kennenzulernen. Häufig reicht ein Blick für die ersten 20 Minuten.
  • Die USK-Freigabe ist eine erste Orientierungshilfe, doch jedes Kind ist anders. Beobachten Sie, wie Ihr Kind auf die Spiel-Inhalte reagiert und machen Sie sich Ihr eigenes Bild. Niemand kennt Ihr Kind besser als Sie selbst.
  • Versuchen Sie, Spielfreude und Familienleben zu verbinden. Spielen Sie auch mal wieder gemeinsam ein Brett- oder Kartenspiel.

Wie lange Kinder Videospiele spielen sollten:

  • Orientieren Sie sich an Zeitvorgaben für die Mediennutzung von Kindern und Jugendlichen von Pädagogen. In unserem Artikel „Spielzeiten sinnvoll festlegen“ haben wir empfohlenen Spielzeiten aufgelistet: Hier klicken >>
  • Vergewissern Sie sich, dass Ihr Kind vor dem Spielen andere Pflichten erledigt hat.
  • Nutzen Sie Spiele nicht als Belohnung oder Bestrafung: Dadurch erhalten Spiele einen ungewollt hohen Stellenwert bei Ihren Kindern.
  • Bieten Sie Ihrem Kind alternative Möglichkeiten zur Freitzeitgestaltung an, damit der Medienkonsum nicht zu viel Anteil daran nimmt. Pädagogen empfehlen einen täglichen Medienkonsum bei Kindern ab 7 bis 10 Jahren von maximal ca. 30 bis 45 Minuten.

Gefahren durch Mediennutzung vermeiden:

  • Tauschen Sie sich mit anderen Eltern aus, um über einzelne Spiele oder Spielgewohnheiten von Kindern zu diskutieren. Nutzen Sie doch hierfür beispielsweise unser Forum.
  • Kinder spielen gerne und lange. Das muss Sie nicht sofort beunruhigen, achten Sie aber auf Warnzeichen. Lesen Sie mehr darüber in unserem Artikel: „Wenn zu viel gespielt wird“ >>
  • Sensibilisieren Sie Ihr Kind bezüglich der Weitergabe persönlicher Daten im Internet. Für Online-Spiele sollten eine eigene E-Mail-Adresse und ein Spitzname (in keinem Fall der echte Name) angelegt werden. Als Nutzerfoto (Avatar) sollte kein Foto vom Kind verwendet werden. Auch die Weitergabe der Daten an Dritte sollte Ihr Kind niemals alleine von sich aus veranlassen.

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