Was Eltern über die Gamescom 2022 in Köln wissen müssen

Die wichtigsten Infos und einige Tipps zur großen Spielemesse.
Titelbild: © Koelnmesse GmbH, Harald Fleissner

Nach zwei Jahren Corona-Pause kehrt die Gamescom-Spielemesse in Köln zurück, erstmals sind wieder Messebesuche möglich. Zudem gibt es ein digitales Programm via Internet. Was Eltern dazu wissen müssen.

In Köln findet vom 24. bis 28. August wieder die Gamescom statt. Sie ist mittlerweile die größte Messe für Computer- und Videospiele der Welt. Zahlreiche Aussteller präsentieren dort ihre Produkte und Neuheiten. Pressevertreter und Fachbesucher dürfen bereits am 24. August in die Messehallen für einen ersten Blick auf die zahlreichen Spiele-Neuheiten. Und genau die machen auch den wesentlichen Reiz der Gamescom aus: Die (zumeist jungen) Zocker können dort nämlich Spiele ausprobieren oder in Aktion sehen, die erst einige Wochen oder sogar Monate später erscheinen. Noch vor allen anderen ein neues Spiel ausprobieren zu können – dafür stehen manche sogar mehrere Stunden auf der Gamescom in der Warteschlange.

Die Gamescom ist mehr als eine reine Messe, sie ist ein echtes Event und wird auch als solches inszeniert. In den Hallen wummert laute Musik, Moderatoren auf Bühnen heizen das Publikum an, hie und da gibt es kostenlose Goodies und immer wieder erstaunt die sehr aufwendige Hallen-Deko.

Neuheiten, die erst in einigen Wochen erscheinen werden vor anderen spielen – das ist der große Reiz der Gamescom. (Foto: Koelnmesse GmbH, Harald Fleissner)

In den Hallen ist nicht nur wegen der vielen Shows einiges los: Schon Wochen vor dem Start sind die Tickets für den Samstag auf der Gamescom ausverkauft. Zahlreiche Besucher werden sich wieder durch die Messegänge schlängeln, auch an den anderen Tagen. Das Kontingent ist aufgrund der Corona-Schutzmaßnahmen allerdings beschränkter als noch 2019 und davor. Ganz so voll wird es also wohl nicht auf dem Gelände.

Da die Messe coronabedingt kleiner ausfällt und so manchem Hersteller die aktuelle Situation wohl nicht in den Marketingplan passt, haben einige von ihnen ihre Teilnahme leider abgesagt. Dazu gehören insbesondere die Branchengrößen Nintendo, Sony und Electronic Arts. Mehr über die Aussteller auf der Gamescom, wer dabei ist und wer nicht, erfahren Sie hier bei gameswirtschaft.de.

Es gibt ein spezielles Familienticket

Speziell für Familien gibt es ein Familienticket, zumindest solange der Vorrat reicht. Diese Tickets gibt es nur im Vorverkauf, also im Online-Shop der Gamescom.

Negativ fällt leider auf, dass die Gamescom zwar kleiner ist, die Ticketkosten aber trotzdem kräftig gestiegen sind. Das Ticket für Samstag stieg beispielsweise von knapp 20 Euro auf 30,50 Euro. Die Gamescom-Eintrittspreise 2022 im Überblick:

  • Tageskarte Donnerstag oder Freitag – je 25 € (ermäßigt: 18 €)
  • Tageskarte Samstag oder Sonntag – je 30,50 € (ermäßigt: 23 €)
  • Tageskarte Familie Donnerstag oder Freitag – je 40 €
  • Tageskarte Familie Samstag oder Sonntag – je 50 €
  • Abendkarte (Zutritt ab 16 Uhr) – 9 € pro Tag

Das Familienticket gilt für maximal fünf Personen, davon maximal zwei Erwachsene und mindestens ein Kind im Alter von 7 bis 11 Jahren. Das Ticket lässt sich dementsprechend kombinieren – so kann auch nur ein Erwachsener mit vier Kindern das Ticket nutzen oder zwei Erwachsene mit drei Kindern.

Ansonsten gilt: Kinder bis sechs Jahre haben kostenfreien Eintritt, für Schüler und Studenten gibt es einen ermäßigten Preis. Kinder ab 4 und bis 11 Jahren dürfen auf die Messe, müssen sich aber während ihres Besuchs in Begleitung eines Erwachsenen befinden. Kinder unter drei Jahren dürfen überhaupt nicht auf die Gamescom. Im Eintrittspreis ist das Fahrticket für den Verkehrsverbund Rhein-Sieg (VRS) inklusive.

Ohne Altersbändchen geht nichts

Auf der Gamescom werden Bändchen ausgegeben, die die Altersgruppe der Besucher angeben. Jugendliche ab 12 Jahren dürfen sich frei und ohne einen Erwachsenen bewegen, müssen dafür aber zwingend so ein Bändchen tragen. Dafür wird der Personalausweis benötigt. Diese Handgelenksbänder sind für jeden Besucher der Gamescom ein Muss, also auch für Volljährige.

Gamescom ohne Eltern – so geht's

Jugendliche ab 12 Jahren dürfen auch ohne Begleitung ihrer Eltern oder eines Erwachsenen auf die Gamescom. Sie müssen sich aber vor Ort ausweisen und dann das entsprechende Altersbändchen tragen. Wer unter 12 ist, kommt nur mit ständiger Erwachsenen-Begleitung auf das Messegelände.

Die Idee hinter den Altersbändchen ist simpel: Messebesucher sollen nur die Spiele sehen und spielen können, die ihrem Alter entsprechen. Daher sind auf dem Messegelände auch einige Spiele in abgetrennten Bereichen versteckt, sodass beispielsweise ein Spiel ab 18 Jahren nicht von Kindern gesehen werden kann. Um hinter eine solche Barriere zu kommen, müssen Besucher ihr Alter nachweisen. Genau dafür sind die Altersbändchen da.

Im "Family & Friends"-Bereich der Messe wird Programm für Kids geboten – und es geht dort auch ruhiger zu als in anderen Messebereichen. (Foto: Koelnmesse GmbH, Oliver Wachenfeld)

Der Personalausweis wird wie erwähnt für die Altersbändchen benötigt – und ohne den geht auch gar nichts. Das heißt, Sie müssen unbedingt darauf achten, dass alle Besucher auch ihren Ausweis dabei haben. Gerade für eine große Gruppe könnte der Spaß sonst bereits am Eingang enden. Selbst wenn Eltern ihr Okay geben und Kinder sich gewisse Spiele ansehen dürften, gilt das auf der Gamescom nicht! Als Altersnachweis gelten Personalausweis, Reisepass, Führerschein, Krankenversicherungskarte und Schülerausweise.

Diese strenge Regel gibt Eltern wiederum eine Sicherheit – gerade dann, wenn Sie Ihre Kids alleine auf die Messe lassen wollen. Denn: Was auf Leinwänden, Bühnen oder Monitoren gezeigt wird, ist grundsätzlich für alle Altersklassen geeignet. Bei Spielen, die ab 12 Jahren freigegeben sind, darf jeder Besucher zuschauen. Nur zum selbst spielen muss man mindestens 12 sein. Und alle Spiele, die erst ab 16 Jahren oder älter freigegeben sind, dürfen nicht öffentlich ausgestellt werden. Sie sind nur in den abgetrennten Bereichen zu sehen.

Schauen Sie sich den „Family & Friends“-Bereich an

Speziell für Familien gibt es auf der Gamescom den „Family & Friends“-Bereich in der Halle 10. Hier wird besonders auf einen spielerischen Umgang mit den digitalen Medien wert gelegt, außerdem ist es in diesem Bereich deutlich ruhiger – und stressfreier – als in den meisten anderen Messehallen. In den früheren Jahren gab es dort Kurse und Workshops für Kinder zwischen 8 und 12 Jahren, zum Programm für 2022 gab es noch keine Details. In diesem Bereich soll es außerdem wieder die beliebte Sonderschau „Retro Gaming“ mit Spielkonsolen der vergangenen Jahrzehnte geben.

Auch außerhalb der Hallen ist was los

Ja, es kann auf der Gamescom ganz schön laut werden. Daher ist es gut, dass außerhalb der Hallen auf dem Messegelände etwas geboten wird. Neben zahlreichen Essens- und Imbissständen gibt es hie und da auch Programm zu sehen und Aktivitäten zu tun.

Diese Außenbereich sind übrigens auch ein guter Treffpunkt für den Notfall – denn auch das sollten Sie beachten: Wenn ein junger Besucher verloren geht, ist es gut, schon im Vorfeld zu wissen, wo man sich trifft, wenn plötzlich einer fehlt.

Digitales Programm für Zuhause

Wer zu Hause bleibt, muss nicht auf Spiele-Eindrücke und Neuankündigungen verzichten: Online läuft die digitale Gamescom ebenfalls wieder – hauptsächlich in Form von Live-Streams.

Die „Opening Night Live“ eröffnet am Abend des 23. August die Messe. Diese rund zweistündige Live-Show wird ab 20 Uhr zahlreiche Spiele und andere Gaming-Elemente zeigen. Vieles von dem, was da gezeigt wird, ist aber erst ab 16 oder 18 Jahren geeignet. Für Kinder ist die Show also leider nichts. Der Livestream wird zudem ausschließlich englischsprachig übertragen. Hier gibt es weitere Infos dazu.

Weitere Show finden sich dann direkt auf der Gamescom-Webseite unter diesem Link.

Youtube und Twitch als Infoquelle – aber Vorsicht

Grundsätzlich dürften Plattformen wie Youtube und Twitch in diesen Tagen eine ganz große Rolle spielen. Das zieht viele gamingbegeisterte Zuschauer an. Zahlreiche Profi-Gamer werden dort über Spiele philosophieren und gewiss so manche Neuheit zeigen – davon wohl auch einige USK-18-Titel. Hier sollten Eltern aufmerksam sein und ab und zu mal nachsehen, was sich der Nachwuchs dort anguckt. Immerhin: Manche Streamer blenden vor ihrem Kanal einen Hinweis ein, falls es sich um Inhalt für Erwachsene handelt.

Die digitale Gamescom birgt somit eine gewisse Gefahr: Während auf der Messe mit Altersbändchen geregelt ist, welche Inhalte die jungen Besucher sehen können, ist das online nicht so einfach. Eltern sind deshalb mehr gefordert darauf zu achten, was auf dem Bildschirm läuft.

Nützliche Links zum Thema

Hier finden Eltern weitere Infos zur Gamescom und zu für sie wichtigen Themen:

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