Kennzeichnungen für Spiele

Was Altersfreigaben über den Spielinhalt verraten

Ratgeber für Eltern
Kennzeichnungen für Spiele


Die quadratischen Siegel der „Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle“ geben an, ab welchem Alter ein Spiel freigegeben ist. Doch was sagt das eigentlich über den wirklichen Inhalt eines Spiels aus?

Bestimmt ist es Ihnen schon aufgefallen, das farbige, quadratische Siegel der Unterhaltungssoftware Selbstkontrolle (USK) auf der Verpackung eines Spiels. Es gibt an, ab welchem Alter ein Spiel geeignet ist. Mehr noch: In Deutschland ist die USK-Einstufung nach dem deutschen Jugendschutzgesetz rechtlich bindend. Ein Spiel mit einer Freigabe “ab 16 Jahren” darf also nicht an Personen verkauft werden, die jünger als 16 sind.

Einzig Erziehungsberechtigte haben nach Artikel 6 des Grundgesetzes das Privileg, ihrem Kind mediale Inhalte zugänglich zu machen, die nicht für ihre Altersstufe freigegeben sind. Wir halten es deshalb für besonders wichtig, zu wissen, welche Bedeutung hinter einem USK-Alterssiegel sonst noch steckt:

Freigegeben ohne Altersbeschränkung
Spiele mit diesem Siegel sind aus Sicht des Jugendschutzes für Kinder jeden Alters unbedenklich. Es gibt weder Szenen, die negative Gefühle wie Angst oder Ekel auslösen können, noch irgendwelche Darstellung von Gewalt. Die Einstufung bezieht sich allerdings nicht auf den Schwierigkeitsgrad oder die Komplexität eines Spiels.

Freigegeben ab 6 Jahren
Die Spiele wirken “abstrakt-symbolisch, comicartig und unwirklich”. Auch bei diesen Spielen gibt es keine Gewaltdarstellung. Allerdings versetzen Spiele mit dieser Alterskennzeichnung den Spieler möglicherweise in unheimliche Szenarien oder die Spiele könnten durch ihre Aufgabenstellung und Geschwindigkeit auf Kinder unter sechs Jahren belastend wirken.

Freigegeben ab 12 Jahren
Diese Spiele beinhalten Szenen mit “kampforientiertem Grundmuster”, um bestimmte Aufgaben zu lösen. Das heißt, das Spielkonzept setzt beispielsweise auf die Faszination von Militärgerätschaft aus der Geschichte, oder der Spieler schlüpft in die Rolle tapferer Helden aus Filmen oder Mythen. Dabei kommt es zu Kämpfen gegen Feinde. Die Spiele handeln meist in einer fiktiven Umgebung.

Freigegeben ab 16 Jahren
Gewaltdarstellungen sind in diesen Spielen ein Bestandteil zur Lösung von Aufgaben, auch mit Einsatz von Waffen. Die Kampfhandlungen richten sich an “menschenähnliche” Figuren. Die Darstellung von Blut ist minimal oder nicht vorhanden. Die dargestellte Action ist mitunter atmosphärisch und rasant, die Handlungsorte sind eher fiktiv oder historisch angelegt.

Freigabe ab 18 Jahren / Keine Jugendfreigabe
Inhalt dieser Spiele ist Gewalt gegen andere Charaktere, teilweise begleitet von vulgärer Sprache und sexuellen Themen. Die Handlung spielt an fiktiven oder realen Orten. Über Spiele ab 18 schreibt die USK: “Diese Spiele erfordern zwingend die Fähigkeit zur kritischen Auseinandersetzung. Sie können die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen (…) beeinträchtigen.”

Indizierung: Wenn „ab 18“ nicht mehr reicht

Die USK kann einem Spiel die Alterskennzeichnung verweigern, wenn bei den Prüfern der Eindruck entsteht, dass es Kriterien der Jugendgefährdung gemäß Paragraph 15 des Jugendschutzgesetzes erfüllt. Darunter fallen Spiele, in denen Personen “in einer die Menschenwürde verletzenden Weise” dargestellt werden. Ebenso dürfen rechtsextreme Symbole – wie das Hakenkreuz – in einem Spiel nicht dargestellt werden.

Verweigert die USK eine Freigabe, kann sie zugleich einen Prüfantrag bei der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien (BPjM) stellen. Diese kann dann je nach Fall entscheiden, ein Spiel auf den Index zu setzen (= es zu indizieren), wodurch das Spiel nur noch an Volljährige verkauft und für Minderjährige in keiner Weise mehr zugänglich sein darf (keine Werbung, keine Präsentation im Verkauf). Eine Indizierung verliert nach 25 Jahren ihre Gültigkeit, danach bedarf es einer erneuten Prüfung des Spiels.

Sind die Inhalte des Spiels so drastisch, dass sie in ihrer Darstellung gegen das Grundgesetz verstoßen, kann durch Strafverfolgungsbehörden – beispielsweise Staatsanwaltschaften – die vollständige Beschlagnahme eines Spiels beantragt und durch ein Gericht entschieden werden. Dadurch ist eine Verbreitung generell untersagt, auch an Volljährige. Der Besitz eines beschlagnahmtes Spiels ist hingegen nicht verboten.

Auf der nächsten Seite erklären wir Ihnen, was Hersteller tun können, damit ein Spiel doch noch eine USK-Freigabe erhält.

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