Videospiele: Was Eltern wissen müssen

Das Wichtigste, was Eltern wissen sollten, damit es mit den Videospielen im Alltag der Kinder klappt.
Foto: Andriy Popov/123rf.com
Foto: Andriy Popov/123rf.com

In allen Bereichen ihres Lebens brauchen Kinder jemanden, an den sie sich wenden können – der Vorbild und Vertrauensperson ist. Das gilt auch für Videospiele, selbst dann, wenn dieses Medium für Erziehende fremd ist. Hier lesen Sie wichtige Grundlagen für diese Medien, von Pädagogen empfohlen.

Die Grundsatzfrage

Sollte mein Kind überhaupt Videospiele spielen?

Videospiele sind inzwischen fester Bestandteil der heutigen Jugendkultur. Früher oder später kommen Kids mit den elektronischen Spielen in Kontakt. Wenn Eltern Spiele verbieten, sie zum Tabu-Thema machen und nicht ernst nehmen, beziehen Kinder ihre Eltern dazu irgendwann nicht mehr ein. Dann werden Videospiele zu einem verborgenen Hobby. Eltern verlieren die Kontrolle. Pädagogen sagen außerdem, dass Kinder, die am PC spielen, wichtige Fähigkeiten lernen und Kompetenzen entwickeln, die fürs spätere Leben nützlich sein können. Videospiele sind per se auch kein Medium für Einzelgänger. Ganz im Gegenteil, viele Titel setzen auf das Miteinander – entweder mit mehreren Spielern an einer Konsole oder über einen Online-Modus. Entscheidend ist, dass Erziehende überwachen, wie viel Zeit Kinder mit Spielen verbringen und was sie spielen.

Ab welchem Alter Kinder Videospiele spielen sollten

Pädagogen empfehlen für Kinder einen regelmäßigen Konsum von Videospielen frühestens ab acht Jahren. Für einen gesunden Umgang mit diesen Spielen sei es nötig, dass Kinder zwischen Spiel und Realität unterscheiden können. Diese Fähigkeit entwickele sich oft erst im Grundschulalter.

Eltern sollten außerdem als Gesprächspartner dabei sein, wenn das Kind spielt, und es nicht damit alleine lassen. Die Spielkonsole steht daher am besten im Wohnzimmer, also an einem zentralen Ort der ganzen Familie. Ein eigener PC wird für Kinder im Grundschulalter noch nicht empfohlen. Auch die Spieldauer spielt eine wichtige Rolle. Übermäßiger Medienkonsum kann negative Auswirkungen auf Konzentration, Gesundheit und Sozialverhalten haben.

Noch ein Aspekt kommt bei der Altersfrage dazu: Kinder sollten in der Lage sein, selbstständig einfache Rätsel und Aufgabenstellungen in Spielen zu lösen. Sie müssen gut genug lesen können, um Text-Hinweise zu verstehen. Sonst wird das Ziel in einem Spiel womöglich nicht klar – und das virtuelle Abenteuer zum Frusterlebnis.

Was Sie vor dem Kauf einer Spielkonsole oder eines Spiels beachten sollten

Entscheiden Sie sich nicht für die Spielkonsole mit der besten Technik, sondern für die, mit den besten Spielen. Schauen Sie sich das Spiele-Angebot daher vorher sorgfältig an. Letztlich soll die Konsole ja vor allem den Kids Spaß machen. Nicht jedes Spiel trifft aber jeden Geschmack: Fragen Sie daher Ihr Kind, an welchen Spielen es interessiert ist. Bringen Sie sich beim Kauf mit ein und besprechen Sie gemeinsam mit Ihrem Kind, worum es in einem Spiel geht. Lassen Sie sich erklären, warum Ihr Kind gerade dieses Spiel haben möchte.

Achten Sie immer auf die USK-Altersfreigabe. Dadurch vermeiden Sie, dass Ihr Nachwuchs mit gewalthaltigen oder furchteinflößenden Inhalten konfrontiert wird. Ist ein Spiel für Ihr Kind noch nicht geeignet, sollten Sie es damit auch nicht spielen lassen. Eins ist klar: Sie setzen die Regeln!

So vermeiden Sie, dass Ihr Kind zu häufig spielt

Schließen Sie die Spielkonsole an einem Ort in der Wohnung an, wo sich die meisten Menschen aufhalten – für gewöhnlich im Wohnzimmer. Dadurch machen Sie Videospiele nicht zu einer abgelegenen Beschäftigung. Das Kind spielt nicht alleine – und das sollte es auch nicht.

Legen Sie von Anfang an Spielzeiten fest. Hier zwei Tipps, was Sie machen können: Ein wöchentliches „Medienkonto“ gibt Ihrem Kind eine bestimmte Stundenanzahl pro Woche zum Spielen. Sind diese Stunden verbraucht, bleibt die Konsole erst mal aus. Empfehlenswert sind außerdem komplett spielfreie Tage und Tage, an denen gespielt wird. Das schafft Zeit für andere Hobbys und Pflichten. Hierbei helfen Ihnen die Jugendschutzeinstellungen einer Spielkonsole. Dadurch können Sie festlegen, welche Spiele die Konsole abspielt und für wie lange.

Vereinbaren Sie die Spielzeit-Regeln jedoch gemeinsam mit Ihrem Kind. Dadurch wird es die Regeln eher akzeptieren, weil es mitreden durfte.

Wie Sie Videospiele in den Familien-Alltag integrieren können

Sprechen Sie mit Ihrem Kind über Videospiele. Zeigen Sie Interesse, tauschen Sie sich aus. Lassen Sie Ihr Kind von seinen virtuellen Erlebnissen berichten. Das wird Ihnen dabei helfen, die Wirkung von Spielen einschätzen zu können. Und Ihr Kind wird sich verstanden fühlen.

Auch wenn Videospiele nichts für Sie sind: Spielen Sie doch mal gemeinsam mit Ihrem Kind oder schauen Sie zumindest dabei zu, um den Inhalt eines Spiels kennenzulernen. Häufig reicht ein Blick für die ersten 20 bis 30 Minuten. Bei der Spielauswahl ist die USK-Alterfreigabe eine erste Orientierungshilfe – doch jedes Kind ist anders. Beobachten Sie, wie Ihr Kind auf die Spiel-Inhalte reagiert und machen Sie sich Ihr eigenes Bild. Niemand kennt Ihr Kind besser als Sie selbst.

Versuchen Sie, Spielfreude und Familienleben zu verbinden. Spielen Sie mal wieder gemeinsam ein Brett- oder Kartenspiel – oder lassen Sie alle in der Familie mal ein spaßiges Mehrspielerspiel auf der Konsole ausprobieren.

Wie lange Kinder Videospiele spielen sollten

Die Spielzeit ist stark vom Alter abhängig, sagen Pädagogen. Viele sind der Ansicht, dass Kinder vor dem Grundschulalter überhaupt keine Zeit vor dem Bildschirm verbringen sollten. Kinder ab 7 bis 10 Jahren sollten täglich maximal 30 bis 45 Minuten mit Mediennutzung verbringen – darin sind übrigens auch fernsehen und die Handynutzung eingeschlossen.

Vergewissern Sie sich, dass Ihr Kind vor dem Spielen andere Pflichten erledigt hat. Nutzen Sie Spiele nicht als Belohnung oder Bestrafung: Dadurch erhalten Spiele einen ungewollt hohen Stellenwert bei Ihren Kindern. Es wird plötzlich reizvoll, das „verbotene“ Medium zu nutzen.

Wie Sie Gefahren der Mediennutzung am besten vermeiden

Kinder spielen gerne und lange. Das muss Sie nicht sofort beunruhigen, achten Sie aber auf Warnzeichen. Gibt es zeitliche Regeln, sollten Sie auf diese aber unbedingt bestehen. Spielen macht Spaß – aber es darf andere Dinge nicht verdrängen.

Tauschen Sie sich mit anderen Eltern aus, um über einzelne Spiele oder Spielgewohnheiten von Kindern zu diskutieren. Eine Möglichkeit dafür bietet auch das Gamefamily-Forum.

Sensibilisieren Sie Ihr Kind bezüglich der Weitergabe persönlicher Daten im Internet. Für Online-Spiele sollten eine eigene E-Mail-Adresse und ein Spitzname (in keinem Fall der echte Name) angelegt werden. Als Nutzerfoto (Avatar) sollte kein Foto vom Kind verwendet werden. Auch die Weitergabe der Daten an Dritte sollte Ihr Kind niemals alleine von sich aus veranlassen.

Ihre Meinung zu diesem Beitrag?

0 0

Kommentar schreiben

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtangaben sind markiert. *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Passwort vergessen

Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse ein, mit der Sie sich registriert haben. Sie erhalten dann einen Link, um Ihr Passwort zurückzusetzen.