„Dragons: Aufbruch neuer Reiter“ im Test: Gutes Einstiegs-Abenteuer für Kids

Das ideale Spiel für alle, denen "Zelda" noch zu komplex ist.

Passend zum Kinostart von „Drachenzähmen leicht gemacht 3“ ist mit „Dragons: Aufbruch neuer Reiter“ ein neues Videospiel zur Filmreihe erschienen. Auf dem sehr hohen Niveau des Films bewegt sich dieses zwar nicht, trotzdem ist es gerade für junge Spieler eine echte Empfehlung, wie der Test zeigt.

Im Kino erfreuen sich die Filme der „Drachenzähmen leicht gemacht“-Reihe großer Beliebtheit, sowohl bei Kindern als auch Erwachsenen. Da ist es nicht verwunderlich, dass zum Start des dritten Teils auch ein passendes Videospiel auf den Markt gekommen ist. Die Frage ist allerdings, ob es denn auch mit dem Leinwand-Vorbild mithalten kann. Im Test hat sich gezeigt: Dieses Spiel ist ein gelungenes Abenteuer für junge Spieler und Genre-Einsteiger – mehr aber auch nicht. Doch das genügt, um den Titel zu einer Empfehlung zu machen.

Spielbar ab...

8 Jahren

Schwierigkeit

einfach

Umfang

3 bis 5 Stunden

Das Spiel handelt zwischen den Kinofilmen und erzählt eine eigene Geschichte mit neuen Charakteren. Die bekannten Helden Hicks und Ohnezahn spielen nur am Rande eine Rolle. Stattdessen schlüpfen wir in die Haut des jungen Mannes Scribbler und einem Drachen namens Patch. Beide tauchen wie aus dem Nichts auf der Insel Havenholm auf, nachdem diese schwer angegriffen wurde. Scribbler hat sein Gedächtnis dabei verloren, Patch schlüpft kurz darauf aus einem mysteriösen Ei. Was hat es mit diesen beiden Protagonisten wohl auf sich?

Der Spieler ist in diesem Abenteuer mit beiden Charakteren unterwegs, wobei er nur die Kontrolle über einen hat und der andere dann vom Computer gesteuert wird. Per Tastendruck wechseln wir die steuerbare Figur. Während Scribbler bei Kämpfen eingesetzt werden sollte, kann nur der Drache Patch mit seinem feuer- oder eisspeiendem Atem gewisse Hindernisse aus dem Weg räumen.

Vom Spielprinzip her ist „Dragons: Aufbruch neuer Reiter“ ein klassisches Action-Abenteuer in isometrischer Ansicht, das sich sehr an der „The Legend of Zelda“-Reihe orientiert. So gilt es, die Level zu erkunden, versteckte Schatzkisten zu finden, nützliche Gegenstände zu sammeln, Gegner zu verkloppen und allerlei Rätsel zu lösen. Die Geschichte wird dabei immer mal wieder in kurzen Zwischensequenzen erzählt – leider ohne jegliche Sprachausgabe. Wer die Story verfolgen will, muss also gut lesen können.

Davon abgesehen ist das Spiel aber sehr gut geeignet für junge Spieler. Wem „Zelda“ noch zu komplex ist – und das gilt vor allem für Kids unter 12 Jahren –, der findet hier genau das richtige Einstiegs-Abenteuer mit den bekannten Elementen solcher Spiele: Scribbler kann im Laufe des Spiels seine Fähigkeiten verbessern und neue Ausrüstung kaufen; der Drache Patch hingegen wächst heran und wird ebenso stärker, kann später weitere Angriffe ausführen und sogar fliegen. Gemeinsam reisen wir so in der Spielwelt von einer Insel zu anderen. Insgesamt drei große Inseln gibt es, hinzu kommen noch einige kleinere, auf denen wir nützliche Bonus-Items erkämpfen können.

Kämpfe werden anspruchsvoller

Apropos Kämpfe: Immer wieder tauchen feindliche Schergen auf, die uns ans Leder wollen. Mit diversen Waffen – darunter Schwert und Axt, wobei es später noch mehr werden – verteidigt sich Scribbler. Die Kämpfe sind meist einfach, sobald wir aber von mehreren Feinden umzingelt werden, wird es anspruchsvoll – selbst für erfahrene Gamer. Dann müssen wir nämlich im richtigen Moment zuschlagen und uns bei einem Gegenangriff mit dem Schild schützen, sonst macht’s ziemlich Aua.

Der Drache Patch wird in dieser Zeit vom Computer gesteuert und hilft mit, wird irgendwann aber auch von den Gegnern angegriffen. Da ihm feindliche Treffer unsere Energie kosten, ist es leider etwas ärgerlich und unfair, dass sich der computergesteuerte Drache hier oft nicht sehr schlau verhält. Immer wieder rennt er in feindliche Beschüsse, bleibt manchmal sogar einfach darin stehen. Das hätten die Entwickler besser lösen müssen. Von den kaum vorhandenen Frustmomenten im Spiel ist das der größte.

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Die diversen Rätsel sind aber das Herzstück des Spiels und machen einen großen Teil davon aus. Sie sind meist simpel, werden im Laufe des Spiels aber immer knackiger. Wir müssen Schalter finden und umlegen oder durch Kettenreaktionen einen Mechanismus auslösen. Dafür verschieben wir große Blöcke an die richtige Stelle oder lassen erst Scribbler und dann Patch abwechselnd eine Kombination von Schaltern umlegen, um so nach und nach den Weg freizumachen. Vor allem die Rätsel sorgen für Abwechslung, wodurch die an sich simple Spielmechanik nicht öde wird.

Hinzu kommen Endgegner-Kämpfe am Ende jeder großen Insel gegen eine mysteriöse Wissenschaftlerin, die an Drachen experimentiert. Deren manipulierten Viecher lässt sie auf uns los. Coole Idee: Haben wir ihre fiesen Drachen besiegt, können wir diese später im Spiel als kurzzeitige Unterstützung hinzurufen.

Diese giftigen Pflanzen kann nur der Drache Patch mit seinem Feueratem beseitigen. Aber Vorsicht: Schon nach wenigen Sekunden versperren die Dinger wieder unseren Weg!

Die Präsentation des Spiels ist sehr gelungen. Die Grafik ist technisch gesehen zwar altbacken, dennoch macht das Spiel einen runden Eindruck. Die Level auf grüner Wiese, zwischen verschneiten Tälern oder in einem Lavaloch sind sehr atmosphärisch und stimmig gestaltet, immer wieder entdecken wir liebevoll eingebettete Details. Auch die Musik untermalt das Geschehen wunderbar. „Dragons“ zeigt, dass ein Spiel nicht die schönste Grafik haben muss, um trotzdem gut auszusehen.

Schade ist es um zwei Dinge, die dem Spiel abgehen: Zum einen hätte sich das Duo aus Scribbler und Patch hervorragend für einen Zwei-Spieler-Modus geeignet. Leider lässt sich „Dragons: Aufbruch neuer Reiter“ aber nur alleine spielen. Sehr schade! Und dann wäre da noch die erwähnte fehlende Sprachausgabe. Die vermisst man schon alleine deshalb, weil die Kinofilme – als großes Vorbild – so gut synchronisiert sind. Vor allem aber müssen Spieler deshalb lesen können, um die Textboxen zu verstehen. Wer hier noch nicht fit ist, dem entgeht die Geschichte.

Trotzdem: Insgesamt überrascht „Dragons: Aufbruch neuer Reiter“ positiv. Technisch kann es zwar definitiv nicht mit anderen aktuellen Genre-Vertretern mithalten, auch der Umfang ist mit drei bis fünf Stunden eher gering. Aber mit Blick auf eine junge Zielgruppe und betrachtet als Einstiegs-Abenteuer macht das überhaupt nichts. Im Gegenteil, unter’m Strich bietet es für alle, denen „Zelda“ noch zu anspruchsvoll ist, mit einer gelungenen Mischung aus Kampf und Erkundung gute Unterhaltung.

Fazit
"Dragons: Aufbruch neuer Reiter" ist ein grundsolides Spiel: Die Präsentation ist stimmig, die Level sind dank diverser Rätsel abwechslungsreich genug und die Kämpfe fordern heraus. Gerade für Genre-Einsteiger und junge Spieler ist das Spiel ideal und kriegt eine Kaufempfehlung. Wer aber von einem Spiel mehr erwartet und bereits andere Abenteuer-Kost gewohnt ist, wird nicht auf seine Kosten kommen. Dafür ist die Technik zu altbacken und neue Ideen fehlen gänzlich.
Besonders gut:
  • Ideal für Genre-Einsteiger
  • Gelungene Präsentation
Nicht so gut:
  • Keine Sprachausgabe
  • Wenig neue Ideen
  • Geringer Umfang
6.8
Gut
Abwechslung - 7
Präsentation - 8
Spieldesign - 7
Umfang - 5
Geschrieben von
... spielt leidenschaftlich an der Konsole seit er mit acht Jahren ein "Sega Master System" geschenkt bekommen hat.

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