Im Test: Ist dieses „Zelda“-Spiel das perfekte Abenteuer für Kinder?

"Zelda"-Spiele sind großartig, aber oft für ältere Spieler. Dieses hier ist da anders.

Knuffige Optik und freigegeben ab sechs Jahren: „The Legend of Zelda: Link’s Awakening“ verspricht ein ideales Abenteuer für junge Spieler zu sein. Ob das wirklich so ist, hat der Gamefamily-Test gezeigt.

Weitläufige Wiesen, gigantische Täler, wunderschöne Grafik und tonnweise Rätsel und Aufgaben – ja, ohne Zweifel: „The Legend of Zelda: Breath of the Wild“ ist eines der besten Abenteuerspiele, die es gibt und es zählt zu den meistgeklickten Spielen hier auf Gamefamily. Es gibt da für junge Spieler nur ein Problem: Es ist von der USK ab 12 Jahren freigegeben und obendrein auch noch ziemlich komplex. Für Kinder ist dieses „Zelda“ einfach noch viel zu umfangreich – und dabei ist es doch so wunderbar gemacht.

Was also tun, wenn junge Gamer die Abenteuerlust packt? Die Antwort liefert seit dem 20. September Nintendo selbst mit einem weiteren „Zelda“-Spiel: Es heißt „Link’s Awakening“, hat bereits eine USK-Freigabe ab sechs Jahren und ist weitaus weniger komplex. Ganz im Gegenteil, statt in einer riesigen 3D-Welt bewegen wir uns hier auf einer übersichtlich eingegrenzten Karte, bei der wir uns auch nicht so schnell verlieren. Ist dieses Spiel also das perfekte Zelda für Kinder?

Das Wichtigste vorweg: Die USK-Freigabe ab 6 Jahren passt nicht ganz. Denn leider ist es eigentlich unmöglich, dieses „Zelda“-Abenteuer zu meistern, wenn man noch nicht lesen kann. Sprachausgabe gibt es keine, Lesekenntnisse sind ein absolutes Muss. Denn im Spielverlauf zeigt sich: In den eingeblendeten Text-Boxen sind häufig entscheidende Hinweise. Wer die nicht liest, weiß nicht, was als nächstes zu tun ist oder welche Aufgabe wir erfüllen sollen. Selbst wenn wir einmal feststecken und nicht weiter wissen, gibt das Spiel kleinere Tipps auch nur als Textbox aus.

Die Gamefamily-Altersempfehlung für „The Legend of Zelda: Link’s Awakening“ liegt also trotz seiner süßen Optik bei ab 8 Jahren. In diesem Alter können die meisten Kids bereits ausreichend lesen oder lernen es gerade. Nicht unterschätzen darf man auch die Rätsel in diesem Abenteuer. Während es anfangs noch recht einfach ist, wird es im Verlauf des Spiels immer schwerer auf den richtigen Pfad zu kommen. Manche versteckte Objekte sind wirklich gut versteckt; für nicht gleich offensichtliche Rätsel gibt’s keinerlei nett gemeinten Tipp; und immer wieder verändert sich etwas in der Spielwelt oder wichtige Charaktere sind verschwunden. Wo sie dann stecken – das müssen wir schon selbst herausfinden. Da ist neben etwas Geduld und Neugier bei späteren Aufgaben auch sehr viel Köpfchen gefragt.

Ein Held, der erst dazulernt

Worum geht’s in diesem Spiel eigentlich? Unser Held Link erleidet Schiffbruch und wird an eine mysteriöse Insel angespült. Er erfährt, dass er den Windfisch wecken muss, um sie wieder zu verlassen. Doch dafür braucht er acht Instrumente, die dann den Windfisch aufwecken.

Mit dieser Mission geht’s rein ins Abenteuer. Einen gewissen Teil des Spiels verbringen wir einfach mit rumlaufen, Gegner vermöbeln, Herzchen sammeln und wertvolle Rubine einstecken. Die setzen wir dann für neue Ausrüstung oder witzige Minispiele ein. So macht das alles auch Sinn und wir wappnen uns für die schweren Abschnitte. Merke: Ein echter Abenteurer ist stets gut ausgerüstet!

Dass dieses „Zelda“ einst in den 90er-Jahren für den Game Boy erschienen ist und nun grafisch für die Switch neu aufgelegt wurde, merkt man kaum. Nervig ist allerdings, dass Gegner immer wieder aufs Neue erscheinen, sobald wir an einen Ort zurückkehren – ein klassisches, altes Schema der früheren „Zelda“-Spiele. Das hält gewiss die Action hoch, stört aber gerade bei Missionen, in denen wir häufig mal von A nach B und wieder zurücklaufen müssen.

Klar werden auch die Gegner immer schwerer und gemeiner, an manchen Stellen tauchen sie auch in gefährlich großer Menge auf. Wie erwähnt: Ein Abenteurer will stets gut ausgerüstet sein! Apropos: „Zelda“-typisch sind wir zu Beginn des Spiels extrem spärlich ausgestattet. Unser Held Link kann nicht mal Steine hochheben, er kann nicht springen und auch nicht schwimmen. All das erlernt er im Laufe des Spiels. Wir meistern Aufgaben und kämpfen uns durch dunkle Verließe – als Belohnung gibt’s dann immer neue Fähigkeiten. Und auch erst dann ist es möglich, weitere Teile der mysteriösen Inselwelt zu besuchen und die Karte nach und nach aufzudecken. Ausgestattet mit neuen Werkzeugen und Fähigkeiten lohnt es sich aber auch, alte Stellen noch einmal zu besuchen und vielleicht ein bislang verborgenes Geheimnis zu entdecken.

Das Spiel führt uns über eine große Inselwelt, auf der es sehr viel zu entdecken gibt.

An Abwechslung mangelt es hier nicht: Die Welt von „Link’s Awakening“ führt uns über grüne Gräser, in Wüstengelände, in ein Schloss und durch verwinkelte Höhlen. Neben der Hauptgeschichte warten ein paar nette Nebenaufgaben. Aber bereits im Verlauf der eigentlichen Story treffen wir auf witzige Dorfbewohner und erleben so manche skurrile Szene. Hinzu kommt ein Extra-Modus, in dem wir eigene kleine Höhlen-Level bauen und diese spielen können.

Grafisch und soundtechnisch hätte Nintendo das Ganze dann auch nicht besser aufhübschen können, auch wenn das Spiel hie und da etwas merkwürdig ruckelt. Das dürfte aber den meisten Spielern gar nicht so sehr auffallen.

Unter’m Strich ist „Links Awakening“ ganz klar ein waschechtes „Zelda“-Spiel der alten Schule – und zwar ein wirklich sehr gutes. Dank seiner Aufmachung ist es auch ein tolles Abenteuer für junge Spieler. Also ja, bitte kaufen! Nur, wie gesagt: Lesen sollten die Kids halt können. Dann kann nichts mehr schiefgehen.

Fazit
"The Legend of Zelda: Link's Awakening" ist ein wunderschönes und sehr abwechslungreiches Abenteuer, in das sich auch junge Spieler stürzen können. Es braucht aber gute Lesefähigkeiten, um wichtige Hinweise zu verstehen, sowie Geduld und Köpfchen – denn im späteren Verlauf wird das Spiel ganz schön herausfordernd.
Besonders gut:
  • Knuffige Optik und wunderschöne Präsentation
  • Gute Lernkurve
  • Viel Abwechslung
Nicht so gut:
  • Keine Sprachausgabe
  • Grafik ruckelt etwas an vielen Stellen
  • Teils veraltetes Gameplay
8.5
Sehr gut
Abwechslung - 9
Präsentation - 10
Spieldesign - 7
Umfang - 8
Geschrieben von
... spielt leidenschaftlich an der Konsole seit er mit acht Jahren ein "Sega Master System" geschenkt bekommen hat.

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