„Starlink: Battle for Atlas“ im Test: Tolles Weltraum-Abenteuer für junge Spieler

Abenteuer im Weltall mit echtem Spielzeug, das auf dem virtuellen Raumschiff zum Leben erweckt wird. Eine Mischung, die passt!

Zusammenfassung:
– Umfangreiches Weltraum-Abenteuer, das sich an jüngere Spieler richtet und nicht zu schwer ist
– Es gibt viel zu sehen und zu entdecken
– Zusätzliche Spielzeuge machen Spieler zum Raumschiff-Architekten, sie sind für den Spielerfolg aber nicht zwingend notwendig

„Starlink: Battle for Atlas“ ist ein Weltraum-Shooter, der die Spieler auf sieben Planeten in einer fernen Galaxis bringt. Der Clou an der Sache: Mit echtem Plastikspielzeug können wir unser Raumschiff jederzeit verändern und erweitern. Wie gut das funktioniert und ob das Spiel insgesamt Spaß macht, zeigt der Test.

Die Idee hinter „Starlink: Battle for Atlas“ ist eigentlich schon alt: Der Spieler kann auf echtes Spielzeug zugreifen, das über ein spezielles Zubehör virtuell ins Spiel übertragen und dort zum Leben erweckt wird. Bekannt für dieses „Toys-to-Life“-Prinzip sind vor allem die „Skylanders“- und „Disney Infinity“-Spiele, von denen es aktuell keine neuen Teile mehr gibt. Das Konzept hat sich ein wenig verlaufen. Trotzdem wagen die „Starlink“-Entwickler nochmal einen Versuch und machen das Ganze einen Tick cooler. Denn statt in bunte Fantasy-Welten schicken sie den Spieler in epische Weltraumschlachten und auf Erkundungstour in einer fremden Galaxie. Das Spiel richtet sich dabei weiterhin vor allem an jüngere Spieler – und macht vieles richtig.

Für den Test hat Hersteller Ubisoft die Nintendo-Switch-Version des Spiels zur Verfügung gestellt. Darin lassen sich exklusiv die Figuren aus den „Starfox“-Spielen von Nintendo steuern. Der daraus bekannte Raumgleiter „Arwing“ und der Titelheld Fox McCloud liegem dem Starterkit des Spiels als Spielzeug bei. Das Plastikschiff wird mittels einer speziellen Halterung an den Joy-Con-Controller angesteckt, den Piloten Fox und weiteres Zubehör wie Waffen stecken wir wiederum unter oder an das Schiff. So lässt sich der Gleiter individuell erweitern und verändern. Wir können beispielsweise den Piloten tauschen sowie neue Waffensets und stärkere Kanonen anbringen. Weiteres Plastikspielzeug gibt es zusätzlich zu kaufen.

Diese Sets liegen preislich zwischen acht und 30 Euro. Die einzelnen Spielzeuge lassen sich beliebig miteinander kombinieren, was die ganze Sache deutlich spaßiger und kniffliger macht als beispielsweise bei den „Skylanders“-Spielen, denn in „Starlink“ werden wir quasi zum Raumschiff-Architekten. Die Änderungen werden sofort in das Spiel übertragen und auf dem Bildschirm sichtbar. Wir können direkt ausprobieren, ob unsere Kreation auch Sinn macht. Gerade für jüngere Spieler ist das sicher ein großer Spaß.

Alternativ lässt sich alles auch digital und deutlich günstiger als Download kaufen – für insgesamt knapp 100 Euro. Dann geht aber natürlich der Reiz des physischen Spielzeugs verloren. Vorweg sei aber gesagt: Auch mit dem Starterkit lässt sich das Spiel problemlos durchspielen. Es ist also kein Muss die Extra-Teile zu kaufen.

Übrigens: Haben wir einmal ein Spielzeug mit dem Spiel verbunden, bleibt es sieben Tage lang im Spiel gespeichert. Wir müssen es also in dieser Zeit nicht immer wieder anstecken. Das ist praktisch, wenn Spieler in Urlaub fahren oder im Zug unterwegs sind. Das Spielzeug kann dann zu Hause bleiben.

Kämpfe auf fremden Planeten und im All

Die Geschichte des Spiels ist recht simpel und wird in deutschsprachigen Zwischensequenzen erzählt. Die Crew in „Starlink: Battle for Atlas“ will das fremde Sternensystem Atlas erkunden und macht sich mit ihrem Mutterschiff dort hin auf. Doch das Schiff wird angegriffen und der Expeditionsleiter von feindseeligen Truppen entführt. Fortan ist es unsere Mission, den Mann zu retten und nebenbei das Atlas-System zu durchforsten.

Der Spieler fliegt je nach Spielabschnitt durch das All oder erkundet die insgesamt sieben Planeten. Letztere sind sehr unterschiedlich gestaltet und besitzen ihre eigene Fauna und Flora sowie unterschiedliche Witterungsbedingungen. Mal herrscht staubtrockene Wüste, mal sind wir eingeschneit. Der Wechsel vom Flug im All durch die Atmosphäre eines Planeten bis hin zu dessen Oberfläche erfolgt fließend. Das sieht spektakulär aus und schafft ein authentisches Erlebnis. Der Spieler fühlt sich mittendrin in der Expedition.

Auf den frei erkundbaren Planeten entdecken wir unbekannte Natur, fremde Kreaturen und feindliche Truppen.

Auf den Planeten warten dann die eigentlichen Herausforderungen. Dabei ist die Spielwelt häufig offen gehalten, wir können uns mit dem Raumgleiter also frei bewegen und die Landschaft erkunden. Diese ist nicht nur von exotischen Wesen bevölkert, immer wieder treffen wir auch auf außerirdische Gegner. Die nehmen wir mit unseren Waffen unter Beschuss und weichen dabei den feindlichen Lasern aus. Je nach Gegnertyp setzen wir eine andere Waffe ein, um ihnen mehr Schaden hinzuzufügen. Das Spiel zeigt uns sogar an, welche Waffe am besten wirkt. Die Kämpfe laufen jedoch stets nach demselben Prinzip ab und ändern sich im späteren Verlauf des Spiels nur noch wenig.

Wer fleißig auf den Planeten sucht oder Nebenaufgaben absolviert, erhält zusätzliche Erweiterungen für das Schiff, um es aufzurüsten und stärker zu machen. Waffen feuern dann schneller ab oder das Schutzschild des Schiffes hält mehr aus. Apropos: Wird unser Raumgleiter von Gegnern abgeschossen, müssen wir eine Mission nochmal anfangen – es sei denn, wir verfügen über mehrere Schiffe. Da kommt dann das physische Spielzeug ins Spiel: Wir stecken einfach einen weiteren Gleiter an und das Spiel geht weiter. Hier zeigt sich ein Vorteil, wenn wir zusätzliches Zubehör gekauft haben und besitzen.

Die separat erhältlichen Gleiter, Piloten und Waffen bringen alle ihre eigenen Merkmale mit: Die Piloten verfügen über Spezialattacken, die Gleiter haben andere aerodynamische Eigenschaften und die Waffen sind je nach Gegnertyp mal mehr und mal weniger effektiv. Der Spieler schafft sich also einen Vorteil, wenn er je nach Situation seine „Werkzeuge“ wechselt, das Spiel wird an einigen Stellen dadurch einfacher. Aber um das Ende der Geschichte zu erreichen (was nach etwa 15 bis 20 Stunden Spielzeit passiert) reicht die Grundausstattung auch aus.

Viel zu tun im All und auf den Planeten

Die wesentlichen Aufgaben des Spielers bestehen darin, die Planeten zu erkunden, dort Gegner auszuschalten, zahlreiche Missionen zu erledigen und dann zum nächsten Planeten weiterzuziehen. Die Zeit auf den sieben Planeten ist jeweils ziemlich lange, es gibt viel zu tun, abwechslungsreiche Aufgaben warten und die Welt ist groß und vielfältig. Wir sammeln Ressourcen, um unseren Gleiter zu erweitern, treffen immer wieder auf kleine und große Gegner oder müssen bestimmte Rätsel und Kombinationen lösen. Wer mag, scannt die fremde Umwelt und sammelt Proben der unbekannten Pflanzen- und Tierwelt für die Wissenschaft.

Befinden wir uns nicht auf einem Planeten, durchqueren wir das Weltall. Auch dort warten immer wieder Herausforderungen auf uns, vor allem Angriffe gegnerischer Flotten. Das hat dann schon was von „Star Wars“, wenn es überall um uns herum kracht und wimmelt. Diese Kämpfe benötigen ein gewisses Geschick und Taktik und machen viel Spaß. Kleiner Schwachpunkt: Die Spielmechanik wiederholt sich. Auch wenn wir auf anderen Planeten sind, so bleiben die Muster der einzelnen Aufgaben häufig dieselben. Auch Kämpfe gegen Gegner laufen auf gewohnte Weise ab. Gegen Ende des Spiels haben wir daher das Gefühl, sehr viel von den Missionen schon einmal gemeistert zu haben – nur eben an anderer Stelle.

Das Spiel lässt sich übrigens jederzeit zu zweit gemeinsam spielen. Ein Freund kann wann immer wir möchten dem Spiel beitreten, dann wird der Bildschirm geteilt und wir spielen zu zweit vor dem Fernseher. Einen Online-Mehrspielermodus gibt es jedoch nicht.

Der Switch-Controller mit Spielzeugaufsatz und weiterem Zubehör. (Foto: Ubisoft)

Technisch macht das Spiel einen sehr guten Eindruck. Jeder Planet sieht für sich toll aus, die Kämpfe sind gut inszeniert und auch die musikalische Untermalung gefällt.

Ein großes Extra gibt es wie schon erwähnt in der Switch-Version. Nur dort können Spieler mit Nintendos Figur Fox McCloud und dessen Crew spielen, zudem gibt es Extra-Missionen nur für diese Charaktere. Ebenso ist das Arwing-Plastikschiff exklusiv nur mit der Switch-Konsole nutzbar. Ansonsten gibt es keine Unterschiede zu den PS4- und Xbox-One-Versionen des Spiels – außer in optischer Hinsicht, denn dank der besseren Hardware sieht das Spiel auf diesen beiden Konsolen nochmal einen Tick schöner aus.

Fazit
"Starlink: Battle for Atlas" ist der ideale Weltraum-Shooter für junge Entdecker. Die sieben Planeten sind groß und weitläufig, überall warten Missionen, fiese Gegner oder einfach nur fremde, spannende Natur. Die Integration der Plastikspielzeuge ist sehr gelungen, wenn auch kostenintensiv. Aber wie Spieler hier zu kleinen Raumschiff-Architekten werden, verdient Beachtung. Ein toller Mix, der gut aussieht und viel Spaß macht!
Besonders gut:
  • Großer Spielumfang, es gibt viel zu entdecken
  • Ideales Abenteuer für jüngere Spieler
  • Tolle Integration der Spielzeug-Raumgleiter
  • Kooperativer Zweispielermodus
Nicht so gut:
  • Im Laufe des Spiels wiederholen sich die meisten Elemente immer wieder
8.4
Sehr gut
Abwechslung - 7
Präsentation - 9
Spieldesign - 8
Umfang - 9
Mehrspielermodus - 9
Geschrieben von
... spielt leidenschaftlich an der Konsole seit er mit acht Jahren ein "Sega Master System" geschenkt bekommen hat.

War dieser Artikel hilfreich?

0 0

Kommentar schreiben

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Pflichtangaben sind markiert. *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Passwort vergessen

Bitte geben Sie Ihre E-Mail-Adresse ein, mit der Sie sich registriert haben. Sie erhalten dann einen Link, um Ihr Passwort zurückzusetzen.