Was Eltern wissen sollten über “Grand Theft Auto 5”

GTA 5 ist eines der populärsten Spiele auf dem Markt - und eines, das nicht von jungen Menschen gespielt werden sollte.

“Grand Theft Auto 5” (kurz: GTA 5) ist eines der populärsten Videospiele dieser Tage. Kaum ein Spiel verkauft sich derzeit so oft, in Großbritannien ist es mittlerweile gar das meistverkaufte Videospiel aller Zeiten. Jedoch: GTA 5 ist nicht unproblematisch. Gewalt, Drogen und Sex sind elementarer Bestandteil des Inhalts.

Die USK-Einstufung für GTA 5 ist deutlich: Nicht freigegeben unter 18 Jahren. Doch das Spiel beschäftigt die Spieler weltweit, auch Kinder und Jugendliche.  Es ist trotz seines erwachsenen Inhalts ein Thema auf Deutschlands Schulhöfen und in diversen Online-Plattformen für Jugendliche.

Wir haben daher ein Testmuster des Spiels vom Hersteller erhalten und konnten viele Spielstunden damit verbringen. In diesem Artikel möchten wir Eltern darüber informieren, worum es in GTA 5 eigentlich geht, welche Aufgaben der Spieler hat und warum dieses Spiel nicht in die Hände von Kindern und Jugendlichen gehört.

Worum geht es?

Das Spiel handelt im fiktiven US-Bundesstaat San Andreas und der darin angesiedelten Großstadt Los Santos, die auf Los Angeles basiert. Die Metropole ist ein Ort der wirtschaftlichen Unsicherheit und des billigen Reality-TVs, bevölkert von drittklassigen Promis und kriminellen Banden. Hier lernen wir die drei Hauptprotagonisten des Spiels kennen: Franklin, der das große Geld machen will, Michael, ein ausgezeichneter Verbrecher im unglücklichen Ruhestand, und Trevor, ein brutaler, drogensüchtiger Psychopath.

Nachdem jeder der drei Charaktere zunächst einzeln vorgestellt wird, treffen sie im späteren Verlauf der Geschichte aufeinander. Alle drei geraten in eine Zwickmühle und versuchen nun durch diverse Überfälle ihre Finanzlage zu ändern und so alles zum Besseren zu kehren.

Was macht der Spieler?

Die große Besonderheit der “GTA”-Spiele ist seit je her deren immens große spielerische Freiheit. Auch in “GTA 5″ dürfen wir innerhalb der virtuellen Welt Los Santos tun und lassen was wir wollen. Jedes beliebige Fahrzeug kann gestohlen werden, jeder Ort auf der Landkarte ist erreichbar. Wir sollten zwar der erwähnten Handlung folgen, müssen es aber nicht. Es gibt auch abseits davon reichlich zu tun – wer will besucht einen kleinen Freizeitpark, kauft für seinen Charakter neue Kleidung, spielt eine Runde Tennis oder verbringt den virtuellen Abend im Strip-Club.

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Eine Tour mit dem Flugzeug offenbart, wie groß die Spielwelt von “GTA 5″ ist. Der Spieler kann überall hin und interessante Orte entdecken. Eine Eigenschaft, die das Spiel für viele Menschen so faszinierend macht.



Folgerichtig können wir aber auch zur Waffe greifen und Chaos verursachen: Es ist zwar nicht Ziel des Spiels, doch wir können auch auf Passanten schießen, Autos im Straßenverkehr in die Luft jagen oder anderweitig Unruhe stiften. Recht schnell wird dann jedoch die Polizei auf uns aufmerksam.Wer einmal im Visier der Polizei ist, kann flüchten und sich vor deren Radar verstecken. Bei einem hohen Fahnungslevel werden die Beamten jedoch entsprechend aggressiver vorgehen, uns massiv angreifen und über weite Strecken verfolgen und Straßenblockaden errichten. Wagemutige Spieler wehren sich hingegen und feuern auf die Beamten, was in drastischen Schusswechseln endet.

Folgen wir der eigentlichen Hintergrundgeschichte, gilt es nach und nach einzelne Missionen erfolgreich zu meistern. Diese sind in die Handlung eingebettet, die durch zahlreiche filmartige Zwischensequenzen erzählt wird. In vielen der Aufgaben machen wir uns kriminell und sind mal als Drogenkurier unterwegs, sollen für jemanden einen Störenfried ausschalten oder überfallen den örtlichen Juwelier. Der Einsatz der Waffe ist häufig wesentlicher Bestandteil, nicht selten müssen wir uns dabei gegen Ordnungshüter oder befeindete Banden zur Wehr setzen.

Warum ist es ab 18 Jahren freigegeben?

Grundsätzlich ist natürlich die kriminelle Grundstimmung des Spiels bereits kein kinder- und jugendfreundlicher Inhalt. “GTA 5″ ist hier sehr konsequent und erzählt eine schonungslose Geschichte über Gewalt, Drogenkonsum und Sex, sowohl im eigentlichen Spielablauf als auch in teils dramatischen Einspielern. Der Spieler wird zum Akteur und kann auch abseits der gestellten Aufgaben vielen weiteren Aktivitäten nachgehen – viele davon ebenfalls “auf der schiefen Bahn”. In Waffenläden können wir uns mit diversen Feuerwaffen aufrüsten, von der einfachen Pistole bis hin zum Granatwerfer. Vulgäre Sprache und Szenen mit sexuellem Inhalt sind in “GTA 5″ zusätzlich an der Tagesordnung.

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In der Hauptgeschichte des Spiels werden wir in Banküberfälle, Erpressungen und Auftragsmorde verwickelt – meist ist der Spieler am Abzug der Waffe.



Einige der vorgegebenen Ziele sind besonders heikel. So müssen wir beispielsweise in der Rolle des psychopathischen Trevor eine aufgebrachte Horde von Hinterwäldlern innerhalb einer vorgegebenen Zeit erschießen. Je mehr wir erledigen, umso mehr Punkte gibt es. An anderer Stelle werden wir in eine Folterung involviert und sollen dabei die Folterwerkzeuge auswählen und per entsprechenden Tastendruck die Prozedur an unserem Opfer vollziehen. Solche Momente machen sehr deutlich, dass “GTA 5″ unter keinen Umständen von Minderjährigen gespielt oder auch nur beobachtet werden sollte.

Update: PS4- und Xbox One-Versionen
Seit November 2014 ist GTA 5 auch für die neuen Spielkonsolen Playstation 4 und Xbox One erhältlich. Inhaltlich ist das Spiel nahezu identisch mit den Versionen für PS3 und Xbox 360. Hauptsächlich in technischer Hinsicht gibt es Änderungen. Die Grafik ist nun deutlich detailreicher und noch etwas realistischer. Große Neuerung ist die sogenannte Ego-Perspektive: Die Spieler können wahlweise das Spiel aus den Augen der Spielfigur sehen. Das macht das Spielerlebnis noch intensiver – und unserer Ansicht nach sind die neuen Versionen daher noch weniger für Kinder und Jugendliche geeignet.

Gibt es Alternativen?

Für viele junge Spieler macht die gebotene Freiheit der “GTA”-Reihe den Reiz aus: Die große virtuelle Stadt, in der wir nahezu alles erkunden können, ist wie ein virtueller Spielplatz. Leider gibt es kaum solcher sogenannten “Open World”-Spiele, die diese Thematik umsetzen und dabei auf Gewalt verzichten.

Eine Alternative – und dazu auch noch eine sehr gute – gibt es aber: “LEGO City Undercover” für diverse TV-Konsolen und “LEGO City Undercover: The Chase Begins” für Nintendo 3DS. Beide Spiele handeln in der frei begehbaren Stadt Lego City, und auch hier hat der Spieler viele verschiedene Ziele und Aktivitäten – jedoch völlig gewaltfrei inszeniert und stattdessen mit viel Humor erzählt. Vom Prinzip her also sehr ähnlich zu “GTA”, nur eben kinderfreundlich und laut USK geeignet ab sechs Jahren.

Update Oktober 2018: Mittlerweile ist “Marvel’s Spiderman” für PS4 erschienen und ebenfalls eine sehr gute Open-World-Alternative für Spieler ab 12 Jahren.

Altersempfehlung:
GTA 5 gehört auf keinen Fall in Kinderhände. Das Spiel bildet ein realistisches Abbild eines Bundesstaates ab, in dem wir mit Waffengewalt alles und jeden angreifen können. Auch die eigentliche Handlung ist mit Gewalt und Vulgärsprache nichts für junge Menschen. Die USK-Einstufung ist deutlich und daran sollten Sie sich auch halten: Nicht freigegeben unter 18 Jahren.

Bilder: Rockstar Games/Take Two

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1 Kommentar

  1. Danke für diese Information. Leider sind Gewalt, Drogen und Sex inzwischen fast überall (sogar im TV-Nachmittags- und Vorabendprogramm) Inhalt der “Unterhaltung”. Dies macht es den (inzwischen beängstigend wenigen) verantwortungsvollen Eltern immer schwerer, geeignete Spiele für ihre jugendlichen Nachkommen auszuwählen, da mittlerweile die Aussage der Kinder “alle ausser mir dürfen das” tatsächlich oft stimmt und man sich einer Wand von Unverständnis und Wut gegenübersieht . Wir werden dennoch durchhalten. Unsere Kinder werden solche Spiele auf legalem Wege nicht erhalten.

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